Bibliotheksverwaltung

Einleitung

Bibliothek
Bibliothek

Mit steigender Anzahl an Büchern und Filmen stand ich schon öfters im Geschäft und habe mich gefragt, ob ich das jetzt schon habe oder noch nicht. Meistens habe ich dann auf den Kauf verzichtet und mich, vor allem wenn es ein Sonderangebot war, manchmal geärgert oder aber auch Dinge doppelt erworben. Hieraus entstand die Idee die Bücher, Filme und Spiele in einer Datenbank zu erfassen und auch überall verfügbar ist. Einige Apps auf dem Handy oder auch diverse Onlinedienste bieten zwar diese Funktion an, jedoch fehlte meist irgend etwas oder die Bedienung war zu kompliziert oder ich war mit dem Look and Feel nicht zufrieden.

Auf der Suche nach einem Programm welches auf einem „normalen“ PC oder dem RasPi installiert werden kann, bin ich, nach mehreren Versuchen, auf DataCrow gestoßen. Hier passt für mich einfach alles. Das Programm kann Bücher, CDs, Spiele, DVDs verwalten, bietet einfache Möglichkeiten der Dateneingabe und stellt einen kleinen Webserver zur Verfügung, um die Daten auch Unterwegs anzuzeigen. Neben der reinen Datenerfassung, kann man mit diesem Programm auch verwalten, wenn man diese ausleiht. So hat man auch den Überblick, wer welche Dinge von einem geliehen hat.

Teileliste

Um die Bibliotheksverwaltung zu installieren sind nicht viele Dinge notwendig. Neben einem RasperriPI Modell B, einer Tastatur, einer Maus und einem Monitor oder einem Display benötigt man eigentlich nichts weiter. Da DataCrow auch die Eingabe diverser Barcodes unterstützt, kann man den Raspberry PI noch mit einem Barcodescanner ergänzen, welcher über einen USB-Hub angeschlossen wird. Diese Barcodescanner sind bereits für ca. 25€ erhältlich und melden sich meist als Tastatur an und senden die Daten des Barcodes und ggf. noch ein Abschlusszeichen; z.B. Return oder Tabulator.

In wie weit auch ein Modell A funktioniert kann ich nicht testen. Hier sollte jedoch der Raspi unbedingt mit ins WLAN eingebunden werden, da DataCrow sich Informationen aus dem Internet zieht und wir von Außen auf die Datenbank zugreifen wollen. Auch kann man, wenn der Raspberry PI im Netzwerk eingebunden ist und die Dateifreigaben entsprechend gesetzt sind (z.B. über Samba-Freigaben), verschieden Daten zwischen den Rechnern austauschen. Dies können z.B. schon die Installationsdateien für DataCrow sein, oder auch eingescannte Cover oder Buchumschläge.

Software

nachdem der RaspberryPI angeschlossen wurde und das Betriebssystem installiert wurde, sollte noch Samba installiert und konfiguriert werden. Als Systemdistribution verwende ich Raspian. Andere Distributionen funktionieren eventuelle auch, wenn hier die notwendige Javaversion (Stand April 2014: Java 1.6 oder höher) vorhanden ist.

Nachdem das Betriebssystem und Samba installiert und den eigenen Wünschen entsprechend konfiguriert sind, kann die Installation von DataCrow erfolgen. Hierfür lädt man die Dateien direkt von der Homepage herunter und entpackt die Datei. Alternativ kann man auch die Dateien auf einem anderen Rechner herunterladen und hier entpacken und die erhaltenen Dateien direkt über die Samba-Freigabe auf den RasPi übertragen. Im Anschluss öffnet man die Konsole (LXTerminal) und navigiert sich zu dem Ordner wo die Installationsdateien liegen.

die Installation startet man direkt als Nutzer pi, d.h. es ist nicht notwendig die Installation als root auszuführen. Um die Installation zu beginnen, gibt man folgenden Befehl ein:

java -jar installer.jar

Damit startet ein Installationsscript, in der die  wichtigsten Informationen abgefragt und konfiguriert werden und DataCrow wird auf dem RasPI installiert. Während der Installation wird auch abgefragt, welche Module installiert werden sollen. Hier spielen die Persönlichen Vorlieben ein gewisse Rolle; möchte man nur Bücher verwalten odr auch Filme und Spiele? Die Module lassen sich später auch in den Einstellungen an- oder abwählen. Eventuell muss noch im Ordner

/home/pi/Desktop/

der Eintrag für DataCrow angepasst werden um nach dem Starten von Raspian auch DataCrow starten zu können.

Erster Start

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, kann man DataCrow über einen Doppelklick auf dem Desktop starten. Beim ersten Start werden unterschiedliche Informationen abgefragt. Unter anderem wird hier der Speicherort für die Datenbank und die Sprache festgelegt. Diese lassen sich auch in den Optionen des Programms entsprechend einstellen.

Nachdem das Programm gestartet ist, kann man für die einzelnen Module die Einträge hinzufügen. Hierfür klickt man, nachdem man das entsprechende Modul gewählt hat, auf den Zauberstab und sucht die Informationen über den Titel, den Autor, den Barcode oder andere Informationen. Für die Suche des Barcodes kann man auch einen Barcodescanner verwenden. Diese gibt es bereits ab ca. 25€ und diese ermöglichen das Scannen der meisten Codes. Diese melden sich meist als Standarttastatur an und senden nach dem Scannen ein Vordefiniertes Steuerzeichen (z.B. Return oder TAB bzw. keines wenn entsprechend konfiguriert).

Jetzt beginnt die Fleißarbeit. Man erfasst seine Bücher, Spiele, Videos und was einem sonnst noch einfällt.

Konfiguration des Webservices

Vorbereitung

Bevor man den Webserver startet und eine Weiterleitung im Router konfiguriert, sollte man sich um die Benutzerverwaltung in DataCrow Gedanken machen. Die Nutzer, die hier angelegt ud konfiguriert werden sind unabhängig von den Nutzern unter Linux.

Als ersten Schritt sollte man für den Administrator „sa“ ein Passwort festlegen. Der Nutzer „sa“ war der Nutzer, welcher bisher on DataCrow gearbeitet hat. Dieser Nutzer hat universelle Rechte, d.h. er kann Daten und Nutzer anlegen, ändern oder löschen. Da die Weboberfläche auch mit diesem Nutzer gestartet werden kann, sollte ein möglichst sicheres Passwort gewählt werden, also Groß-/ Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen.

Oberfläche für das Bearbeiten und Erstellen der Nutzer in DataCrow
Oberfläche für das Bearbeiten und Erstellen der Nutzer in DataCrow

Einen neuen Benutzer legt man über die Schaltfläche mit den 2 Personen an. Hier drückt man auf das „Plus“ oder den „Zauberstab“ um einen neuen Nutzer anzulegen. In der folgenden Maske kann auch gewählt werden, ob der Nutzer nur eingeschränkte Rechte hat oder ob dieser auch Administratorrechte bekommt. Im Reiter „Plugin Berechtigung“ kann genau festgelegt werden, was der entsprechende Nutzer darf und was nicht. Auch für diesen Nutzer sollte ein möglichst sicheres Passwort angelegt werden.

Natürlich kann man auch noch mehrere Nutzer mit den entsprechenden Rechten anzulegen. Bei jedem Start von DataCrow wird man nun nach dem Nutzer und dem Passwort gefragt.

Weiterhin sollten wir dem RasPI eine feste IP-Adresse verpassen, da es die Konfiguration der Weiterleitung einfacher macht. Anhand dieser Anleitung sollte es leicht möglich sein. Da im allgemeinen mit jeder Anmeldung im Internet man vom Provider eine neue IP-Adresse bekommt, sollte man sich noch bei einem Free-DNS Anbieter (z.B. https://spdns.de/) registrieren und seinen Router entsprechend konfigurieren.

Start des Webservers und Konfiguration des Routers

Über das Menu „Webserver“ kann der Webserver gestartet werden. In dem sich öffnenden Fenster kann man den Port (Standard ist 8080) einstellen auf dem die Anfragen erfolgen sollen. Diese Information benötigen wir, um später unserem Router genau zu sagen, auf welche Adresse und welchen Port er bestimmte Anfragen von Außen reagieren soll. Im lokalen Netz ist der Webserver dann beispielweise unter folgender Adresse zu erreichen:

192.168.0.20:8080/datacrow

Dabei ist die die 192.168.0.20 die IP-Adresse des RaspberryPI auf dem Datacrow und der Webserver laufen. Danach folgen der Doppelpunkt, der Port und die noch die spezifische Angabe für DataCrow. Wollen wir nun von Außen auf den Raspi zugreifen müssen wir zuerst am Router vorbei. Da die meisten Internetanschlüsse im privaten Bereich mit einer dynamischen IP-Adresse verkauf werden, ändert sich diese jedes mal, wenn die Verbindung neu aufgebaut wird. An dieser Stelle setzt der Anbieter für Dynamische IP_Adressen an. Bei diesem wird ein fester Name (Host) definiert, unter dem der eigene Internetanschluss erreichbar sein soll. Im Router wird dann dieser Host-Name sowie die weiteren Daten des Anbieters eingetragen und der Router teilt diesem jedes mal nachdem er eine Internetverbindung aufgebaut hat, die neue IP-Adresse mit. Somit ist unser Netzwerk stets unter dem gleichen Hostname (z.B.

example.com

Dies ist nur eine Test-Domain und dient nur zur Darstellung der Beispiele. Bei Umsetzung ist diese Domain durch eigene Daten zu ersetzen!) zu erreichen, auch wenn die wir bei jeder Verbindung einen neue IP-Adresse zugewiesen bekommen.

Im Router muss jetzt noch eine Weiterleitung eingerichtet werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten und hängt auch etwas vom Router ab.

Möglichkeit 1:

Der Router wird so konfiguriert, dass die Anfragen einfach an den entsprechenden Rechner im Netzwerk weitergeleitet werden. Dabei soll die Anfrage

example.com:8080/datacrow

an den RaspberryPI mit der Adresse

192.168.0.20:8080/datacrow

weitergeleitet werden. Das heißt, das jede Anfrage an Port 8080 an den RasPi weitergeleitet wird. Dies hat den Nachteil, dass man sich im Zweifelsfall die Portnummer merken muss.

Möglichkeit 2:

Der Router wird so konfiguriert, dass Anfragen über http (Port 80) direkt auf

192.168.0.20:8080/datacrow

umgeleitet werden. In wie weit der Router diese Konfigurationsmöglichkeiten bietet ist abhängig vom jeweiligen Routerhersteller.

Zugriff von Außen

Nachdem der RasPI und der Router entsprechend konfiguriert sind, sollte man testen, in wie weit die Konfigurationen funktionieren. Im Browser ruft man

example.com:8080/datacrow

(bzw.

example.com/datacrow

wenn Router entsprechend Anfragen von Port 80 auf den DataCrowPort weiterleitet) auf. Im Idealfall sollte jetzt der Nutzername und das Passwort abgefragt werden und nach dem Login werden die vorher definierten Informationen dargestellt. Somit hat man nun die Übersicht, welche Medien man bereits besitzt, welche an andere ausgeliehen sind etc.

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